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Munteres Gadget Bashing

Weihnachten steht vor der Tür, sogar Hermes behauptet, CO2-neutral zu liefern, was läge da näher, als ein paar technische Spielereien auszuprobieren, denn der eine oder andere wird es schon gemerkt haben: auf so etwas stehe ich.

Da wäre zunächst das Sony QX10. Ich nehme bewusst den sächlichen Artikel, denn es handelt sich dabei eigentlich um nicht viel mehr, als ein Objektiv. Allerdings kann dieses an kein herkömmliches Kamerasystem angeschlossen werden, sondern hat einen 18 Megapixel Bildsensor eingebaut und nimmt per WLAN Verbindung zum Android-Smartphone der Wahl auf.

Der Trick wäre also dieser: mit geringem Aufwand macht man aus dem maximal für Schnappschüsse bei gutem Licht geeigneten Telefon eine gute Kleinbildkamera. Für gut befunden, ausprobieren gegangen. Dabei kam mir direkt zugute, dass mein Nexus 5 über NFC auch im Nahbereich funkt. Statt das Passwort für die WLAN Verbindung zwischen Objektiv und Handy im Benutzerhandbuch von Sony nachzuschlagen, reichte es, die beiden eingeschalteten Geräte kurz aneinander zu halten, schon erschien eine „wird verbunden“ Meldung auf meinem Display. Die blieb da allerdings auch viel, viel zu lang, und das nicht nur bei der ersten Verbindung, sondern jedes mal nach dem Einschalten von Objektiv und Smartphone. Schnappschüsse sind also völlig unmöglich, und wer Kinder hat weiß, ohne Schnappschüsse geht es nicht.

Doch auch nachdem die Verbindung stand war längst nicht alles perfekt. Mal abgesehen von den designtechnischen Schwächen der App – von einem Unternehmen wie Sony sollte man hier mehr erwarten – stockte das Livebild immer wieder. Einmal hing es sich sogar ganz auf, nur ein Neustart der App (und erneutes Warten auf die Verbindung) brachten Linderung.

Wenn es mal funktioniert, macht das Objektiv durchaus gute Bilder, die dank optischem Bildstabilisator dem ersten Eindruck nach im Kleinbildformat keinen Vergleich scheuen müssen, allerdings sprachen die eklatanten Mängel bei der Verbindungsstabilität, die hässliche, unlogisch aufgebaute und schlecht zu bedienende App sowie die lange Startzeit eindeutig gegen einen Kauf. Hurra, Geld gespart.

Weiter zu einem anderen Lieblingsthema, der Heimautomatisierung, oder Home Automation, wie der Engländer sagt. Obgleich es hier durchaus sehr sinnvolle, denkbare Szenarien für einen Einsatz gibt, läuft das meiste immer noch unter Spielerei. Warum sollte ich meine Lampen von unterwegs aus Schalten können? Wer im Urlaub potentielle Einbrecher abzuschrecken sucht, kann immer noch auf die Zeitschaltuhr zurückgreifen, die gibt es sogar in mechanisch.

In der Werbung für die jetzt besprochene Lösung wird sogar ein Bügeleisen aus der Ferne geschaltet. Hallo, geht’s noch? Ein Bügeleisen lässt man schlicht und ergreifend NIEMALS eingestöpselt, wenn man weggeht, fertig, aus.

Bisher betreibe ich ein System auf Basis der schon länger verfügbaren Funksteckdosen auf 433MHz-Basis, das ich um einen mit meinem Netzwerk verbundenen Signalgeber erweitert habe. So kann ich über eine App das erledigen, was sonst die kleine Batteriefernbedienung täte, und ja, die Lampen im Wohnzimmer alle vom Sofa aus schalten zu können ist wirklich praktisch, aber eben mit der Fernbedienung sogar noch praktischer als vom Smartphone, da man dort nicht erst entsperren, App starten, auf Verbindung mit dem Gateway warten und dann drücken muss.

Dennoch schalte ich hin und wieder gern mein Lampen mit dem Handy, einfach WEIL ICH ES KANN. Es ginge sogar von unterwegs, allerdings ist die Lösung des Herstellers hier extrem unzureichend – man braucht ein zweites Telefon als Basis – und noch dazu wird dafür eine monatliche Gebühr verlangt. Da würde ich mir viel eher beizeiten das (proprietäre) Protokoll einmal genau anschauen, nach allem Anschein reicht es nämlich, bestimmte UDP Pakete ins Netzwerk zu senden, um das Gateway zu schalten, und dann könnte ich nicht nur von überall, sondern auch noch von jedem Gerät Steckdosen bedienen, aber dazu müsste ich mich mal für etwas länger in die Tüftel-Ecke begeben, und so wichtig ist es mir dann doch wieder nicht.

Allerdings hat das 433MHz-System ein ganz entscheidendes Problem: es funktioniert nur in eine Richtung. Ich kann also nie wissen, ob die Funktion, die ich fernbedient ausgelöst habe, auch wirklich stattgefunden hat, es gibt keinen Rückkanal, keine Erfolgsbestätigung. Das zweite Problem, die schwache Sendeleistung, die oft nicht mals eine Tür überwindet, ließe sich notfalls (illegal) beheben, aber so weit sind wir noch gar nicht.

Da trifft es sich gut, dass der renommierte Hersteller Belkin mit einigen schaltbaren Steckdosen am Markt ist, die er „WeMo“ schimpft. Ich sage bewusst „renommiert“, denn bislang kannte ich die Firma durch hochwertiges Apple-Zubehör. Was Belkin aber hier auf die Geekheit losgelassen hat, ist schlicht eine Unverschämtheit.

Angefangen bei der Android-App, die hässlich, fehlerhaft und nur in Teilen übersetzt ist. Ständig navigiert man in eine Sackgasse, aus der man nicht ohne Home-Button und App-Neustart wieder heraus kommt.

Die Steckdose wollte sich, nachdem sie mit meinem Heimnetz verbunden war, nicht zuverlässig schalten lassen. Mal ging es, mal nicht. Dann begann sie aus heiterem Himmel zu blinken und sich neu mit dem Netzwerk zu verbinden. Immerhin: hier hat man Feedback, man merkt beim Schalten über die App, dass es nicht funktioniert hat. Aber hey: drauf geschissen. Es soll schließlich funktionieren. Ich habe selten etwas so schnell wieder in den Karton gepackt und eine Retoure beantragt. Wieder Geld gespart.

Ja, und das dritte Gadget ist groß, grün und kommt erst in den nächsten Tagen. Nach allem, was ich bislang recherchieren konnte, wird es nicht nötig sein, es zu „bashen“, stattdessen wird es mir zur großen Freude gereichen und allenthalben für Heiterkeit sorgen. Einzig über den Preis könnte man kurz nörgeln, aber gemessen daran, dass ich mir so etwas schon länger wünschte und nun endlich gefunden habe, geht das schon in Ordnung. Die andere Option wäre „selbst basteln“ gewesen, und die war – geben wir es zu – rein hypothetisch.

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