Archiv der Kategorie: Ärger

Bewerbung richtig gemacht

Soeben erreicht mich diese E-Mail. Äh … ernsthaft?

Ohne Anschrift? Ohne Telefonnummer? Ohne jegliche Information zur Person? Schulbildung? Alter? Na, dann antworte ich mal:

Guten Tag, mein Name ist Jan Mensing.
Wir bieten ausschließlich freie Ausbildungsplätze an. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir Ihnen bereits vergebene Ausbildungsplätze nicht mehr anbieten können.
Unter unseren freien Ausbildungsplätzen könnte jedoch durchaus einer für Sie dabei sein, je nachdem, wonach Sie suchen.

Oder auch schön wäre:

Ja.

Meine Güte. Ich glaube wirklich, man kann die Arbeitslosenquote noch mal durch zwei teilen. Die eine Hälfte ist einfach zu blöd, sich zu bewerben. Selbst Schuld, Leistungen streichen. Echt jetzt. Aaaargh!

 

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Big ol‘ dirty Berlin

Zurück aus Berlin, zurück aus dem Pfingstwochenende. Vielleicht liegt’s am Alter, vielleicht liegt es an der anderen Sichtweise, weil ich mittlerweile Kinder habe, die selbst rumlaufen wollen, vielleicht ist es auch was ganz anderes, aber die Erkenntnis des Wochenendes ist: Berlin kannste mir auf den Bauch binden, ich will da nicht leben.

Leben beinhaltet ja meistens auch Wohnen. Selbst bei noch so schön renovierten Wohnungen in guter Lage, was nützt mir ein Fahrstuhl vom ersten bis zum vierten Stock, wenn ich im fünften residiere? Müsste ich täglich zwei Kinderwagen über diesen Höhenunterschied bewegen, ich liefe binnen Kürze Amok.

Unten im Treppenhaus kann man die Wagen schließlich nicht länger als eine Nacht lassen, ohne befürchten zu müssen, dass sie von Ratten zerfressen, von Idioten beschmiert oder Drogensüchtigen geklaut werden (Randnotiz Drogensucht: bei unserer Abreise beriet uns ein netter junger Mann am Gesundbrunnen bezüglich des besten Weges von dort zum Hauptbahnhof, tat’s, beugte sich vornüber und zog die Line von der Fensterbank der Fußgängerüberführung).

Darüber hinaus müsste man eigentlich den gesamten Wohnungsbestand Berlins einmal abreißen und neu bauen. OK, die hohen Decken dürfen gerne bleiben, aber ansonsten ist die Aufteilung des Wohnraums mit den erbärmlich nachgerüsteten Bädern, die kamen, als die Etagenklos außer Mode gerieten, und den prachtvoll auf Putz verlegten Leitungen und Rohren einfach nur für Studenten der unteren Semester erträglich.

Dazu die U-Bahn, die laut scheppernd um die Kurve fährt und dabei zu rufen scheint: „Das MUSS so laut. Ich bin die fucking U-Bahn, deal with it!“

Angeblich gibt’s in Berlin ja auch so viele Lastenräder. Abgesehen davon, dass ich nur eins gesehen habe, wo soll man damit fahren, und wohin? Und wo will man die Nachts parken, wenn man sie am nächsten morgen auch noch fahren will?

Und warum bleiben öffentliche Plätze unter zentimeterdicken Müllschichten liegen, garniert mit einer satten Prise scherben. Sind wir jetzt in Neapel oder was?

Und überhaupt, Dreck: in Berlin wird nirgendwo Feinstaub gemessen, weil die Messgeräte beim ersten mechanischen Atemzug aus Frust explodieren würden. Der am Boden niedergeschlagene Smog reicht aus, um ganze Salzminen schwarz auszukleiden, als dass sie da wirken würden wie Kohlegruben. Nach zwei Schritten barfuß sieht man aus wie Günther Kaufmann als Neger in einem der guten Otto-Filme: schwarze Kopf, schwarze Bauch, schwarze Füß.

In Ermangelung ausreichender Quadratmeter für angemessenes Straßenbegleitgrün – das heißt übrigens wirklich so, städtebaulicher Fachjargon – kacken Berliner Hunde einfach mitten auf den Gehweg. Hurra!

Das Berlin so hip ist, dass es weh tut, weiß sogar die Zitty. Also, Berlin, sei mal weiter hip, aber ohne mich, ja? Danke.

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Der Gigafail kommt nach Münster

Hallo liebe deutsche Telekom. Oder soll ich euch T-Com nennen? Man weiß das ja nicht wirklich. Vielleicht sind auch noch Leute in euren Reihen, die sich lieber als Postler anreden lassen, könnte ja sein.

Vor einer Weile schon hatte ich mich im sozialen Netzwerk mit den 140 Zeichen darüber moniert, dass der obige Konzern in Münster auf Plakaten den bevorstehenden Ausbau seines Glasfaserkabelnetzes bewirbt, sich jedoch nicht mal die Mühe gemacht hat, das mit „Das Giganetz kommt nach Münster“ personalisierte Plakat auch mit einer passenden Fotografie zu versehen.

Stattdessen sieht man Magenta-Weiß-farbene Wellenformen durch mir fremde Straßenzüge zucken. Doch damit nicht genug. Als ich dem Plakat ungewollt etwas näher kam, musste ich auch noch entdecken, dass man nicht einmal eine echte Luftaufnahme genommen hat, sondern ein 3D-Modell aus Google Maps oder einem ähnlichen Angebot:

image

Gigafail 3D

Die Fachwerkhäuser im Vordergrund tragen seltsamerweise Geäst auf ihrer Fassade, auf dem Platz davor ist aber gar kein Baum zu sehen. Das Gehölz befindet sich einzig und allein auf der Textur des Gebäudes.

Aber dieses Plakat setzt der gesamten Aktion ja nur die Krone auf. Man behauptet, 4800 Vorverträge müssten her – also vermutlich knapp 5000 Haushalte, die sich schon jetzt verpflichten, ein überteuertes Angebot zu kaufen, das sie nicht wirklich brauchen – damit der Ausbau starten könne.

Als ob es die Telekom wirklich von einer Hand voll Verträgen abhängig machen würde, ihre Infrastruktur auszubauen. Das wäre so, als würde ein Handyanbieter sagen: kauft euch alle schon mal ein Handy von uns, danach bauen wir euch auch garantiert ein Netz! Pah!

Und auf dem als Infostand getarnten Werbestand in den hiesigen Arkaden – jede Stadt, die etwas auf sich hält, hat heutzutage Arkaden irgendeiner Ausprägung – findet sich ein Zählerstand für die bereits abgeschlossenen Vorverträge. Dummerweise ist dieser auf Karton gedruckt und in keiner Weise änderbar. Es kann also niemand dort hingehen, einen Vertrag abschließen und der nette Herr setzt mal eben den Zähler um eins hoch. Alles Augenwischerei.

Ich sag’s euch, ich sag’s euch. Als nächstes mache ich o2 nieder, mit denen habe ich auch noch ein Hühnchen zu rupfen. Ständig rufen mich Leute an und bekommen ein Freizeichen, aber bei mir klingelt es nicht, oder aber sie bekommen ein Besetzt-Zeichen, aber meine Leitung ist frei. Ekelhaft. Und es liegt nicht am Handy, es wurden schon verschiedene Modelle getestet. Und auch nicht an der Nummer, es tritt bei weiteren Teilnehmern auf.

Guten Abend.

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Respekt ist meine Aufgabe

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Die 370 Euro Panne

Nach der Geburt unseres zweiten Sohnes Milan im September des just vergangenen Jahres hatte ich drei Monate Elternzeit genommen, um die Ankunft des neuen Erdenbürgers gebührend zu würdigen und eine tolle Zeit mit meiner Familie zu haben.

Schon bald entschieden wir uns, nicht die gesamte Zeit im kühlen, um nicht zu sagen kalten Münster zu verbringen, und buchten beim Auf und Davon Reisebüro in Koblenz, dem wir bis dato lange unser Vertrauen geschenkt hatten, eine Reise nach Gran Canaria. Den Ort Puerto de Mogan hatte man uns hier einst empfohlen, und dies sollte unsere dritte Reise in das beschaulich kleine Örtchen fernab des Proll-Tourismus werden.

Bei der telefonischen Buchung bot man uns eine Reiserücktrittsversicherung an, die wir im Hinblick auf zwei kleine Kinder in der kalten Jahreszeit gerne dazu buchten. Mit kranken Kindern möchte man nicht unbedingt eine Flugreise machen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es fast schon ironisch, dass ich es war, der die Nacht auf den Donnerstag vor dem Abreisewochenende in der Notaufnahme der HNO-Klinik verbrachte: akute Mittelohrentzündung. An einen Flug war nun nicht mehr zu denken.

Bereits am morgen nach meinem nächtlichen Krankenhausbesuch rief ich das Auf und Davon Reisebüro an, die uns bis zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Unterlagen zur Versicherung geschickt hatten – drei Tage vor Flug wohlgemerkt.

Dort versicherte man mir, es sei alles in Ordnung, wenn ich ganz sicher gehen wolle, könne ich noch mit der Hotline der HanseMerkur telefonieren. Das tat ich, alles kein Problem, daraufhin telefonierte ich noch mehrfach mit dem Auf und Davon Reisebüro mit dem Ergebnis: macht euch keine Sorgen, ihr könnt die Reise stornieren und der Betrag wird euch erstattet.

Also taten wir, wie uns geheißen, meine HNO-Ärztin füllte das Formular des Versicherers aus und wir schickten es per Einschreiben nach Hamburg.

Die TUI als Reiseveranstalter erstattete umgehend nach Stornierung ihren Anteil gemäß des Zeitpunktes der Stornierung, der Rest folgte wenige Tage später von der Versicherung.

Der Rest? Weit gefehlt: es blieb eine klaffende Lücke von über 370,- Euro Selbstbehalt, genau 20 Prozent der zu zählenden Summe, den wir im Fall eines Rücktritts aus gesundheitlichen Gründen ohne stationäre Behandlung zu tragen hätten.

Niemand seitens des Auf und Davon Reisebüros hatte uns darüber aufgeklärt, weder beim Angebot, noch in den zahlreichen folgenden Telefonaten, nicht einmal, als wir uns zwischenzeitlich einmal telefonisch versichert hatten, ob mit der Buchung der Versicherung auch alles geklappt habe, da wir ja noch keine Unterlagen erhalten hatten.

Aus der Inanspruchnahme einer anderen Reiserücktrittsversicherung, bei der die gesamte Summe erstattet worden war, waren wir natürlich davon ausgegangen, dies sei auch hier der Fall.

Mehr noch, eine Versicherung mit diesen Konditionen hätten wir nicht gebucht, da sie bei einer Reise mit einem Säugling und einem Kleinkind, damit also einer ganz ordentlichen Chance auf einen krankheitsbedingten Rücktritt, überhaupt keinen Sinn macht. Somit ist es auch hinfällig, dass wir die Klausel in dem zum Zeitpunkt des Rücktritts tatsächlich frisch bei uns eingetroffenen Heftchen hätten nachlesen können.

Das Auf und Davon Reisebüro, Koblenz, hätte uns bereits zum Zeitpunkt des Abschlusses über diesen wesentlichen Bestandteil der Versicherung in Kenntnis setzen müssen. Dies blieb jedoch aus.

Nun haben wir zu Beginn des neuen Jahres ein klaffendes Loch in unserer Haushaltskasse und ein eigentlich sehr gutes Reisebüro scheinbar für immer verloren. Es sei denn, man reagiert dort mal auf unsere nun schon mehrere Wochen alte Beschwerde.

Vielleicht könnt ihr dabei helfen. Verlinkt diesen Artikel auf Twitter mit dem Stichwort #aufunddavon oder teilt ihn bei Facebook, in euren eigenen Blogs, gebt +1 bei Google oder was es sonst noch so alles gibt. Auf das unserer kleinen Familie Gerechtigkeit widerfahre.

Nachtrag: zwischenzeitlich habe ich auf Anfrage erfahren, man sei dran. Was auch immer das heißt. Sicherlich wäre es ganz sinnvoll gewesen, uns davon in Kenntnis zu setzen, bevor wir nachfragen mussten.

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