Der Gigafail kommt nach Münster

Hallo liebe deutsche Telekom. Oder soll ich euch T-Com nennen? Man weiß das ja nicht wirklich. Vielleicht sind auch noch Leute in euren Reihen, die sich lieber als Postler anreden lassen, könnte ja sein.

Vor einer Weile schon hatte ich mich im sozialen Netzwerk mit den 140 Zeichen darüber moniert, dass der obige Konzern in Münster auf Plakaten den bevorstehenden Ausbau seines Glasfaserkabelnetzes bewirbt, sich jedoch nicht mal die Mühe gemacht hat, das mit „Das Giganetz kommt nach Münster“ personalisierte Plakat auch mit einer passenden Fotografie zu versehen.

Stattdessen sieht man Magenta-Weiß-farbene Wellenformen durch mir fremde Straßenzüge zucken. Doch damit nicht genug. Als ich dem Plakat ungewollt etwas näher kam, musste ich auch noch entdecken, dass man nicht einmal eine echte Luftaufnahme genommen hat, sondern ein 3D-Modell aus Google Maps oder einem ähnlichen Angebot:

image

Gigafail 3D

Die Fachwerkhäuser im Vordergrund tragen seltsamerweise Geäst auf ihrer Fassade, auf dem Platz davor ist aber gar kein Baum zu sehen. Das Gehölz befindet sich einzig und allein auf der Textur des Gebäudes.

Aber dieses Plakat setzt der gesamten Aktion ja nur die Krone auf. Man behauptet, 4800 Vorverträge müssten her – also vermutlich knapp 5000 Haushalte, die sich schon jetzt verpflichten, ein überteuertes Angebot zu kaufen, das sie nicht wirklich brauchen – damit der Ausbau starten könne.

Als ob es die Telekom wirklich von einer Hand voll Verträgen abhängig machen würde, ihre Infrastruktur auszubauen. Das wäre so, als würde ein Handyanbieter sagen: kauft euch alle schon mal ein Handy von uns, danach bauen wir euch auch garantiert ein Netz! Pah!

Und auf dem als Infostand getarnten Werbestand in den hiesigen Arkaden – jede Stadt, die etwas auf sich hält, hat heutzutage Arkaden irgendeiner Ausprägung – findet sich ein Zählerstand für die bereits abgeschlossenen Vorverträge. Dummerweise ist dieser auf Karton gedruckt und in keiner Weise änderbar. Es kann also niemand dort hingehen, einen Vertrag abschließen und der nette Herr setzt mal eben den Zähler um eins hoch. Alles Augenwischerei.

Ich sag’s euch, ich sag’s euch. Als nächstes mache ich o2 nieder, mit denen habe ich auch noch ein Hühnchen zu rupfen. Ständig rufen mich Leute an und bekommen ein Freizeichen, aber bei mir klingelt es nicht, oder aber sie bekommen ein Besetzt-Zeichen, aber meine Leitung ist frei. Ekelhaft. Und es liegt nicht am Handy, es wurden schon verschiedene Modelle getestet. Und auch nicht an der Nummer, es tritt bei weiteren Teilnehmern auf.

Guten Abend.

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Ärger, Belanglosigkeiten

2 Antworten zu “Der Gigafail kommt nach Münster

  1. Kai H.

    Hallo Lubux, also ich hätte das Gigadingens gerne gehabt, bei mir war auch ein freundlicher Vertreter zuhause und hat mir das erklärt. Ich will nämlich HD-Fernsehen via Entertain so gucken können, dass ich nebenbei noch was aufnehmen UND surfen kann – derzeit mit 16.000er-DSL nicht möglich, Ausbau-Pläne für VDSL (was nur dreihundert Meter entfern verfügbar ist, grrrrr!) liegen / lagen wegen Giganten auf Eis. Das dumme ist nur: neben der angeblich notwendigen Zahl an Münsteranern, die das haben wollen, war auch noch Überzeugungsarbeit bei deren Vermietern zu leisten. In meinem Fall der Besitzer/Vermieter/Nachbar im eigenen Haus; der hat erst mal ja gesagt. Als er aber merkte, dass ja am/im Haus bauliche Veränderungen vorgenommen werden müssen, die zwar a) nichts kosten, von denen b) die Telekom im Vorhinein aber eben auch nicht sagen kann, was genau (an Verschandelungsarbeiten) getan werden muss oder wird, fand er das nicht mehr so klasse. „Wer sagt mir denn, dass die das gut machen und wie das hinterher aussieht?“. Der Vertreter war zwar vorher bei ihm – das hat er ihm aber nicht erzählt. Ich hatte zwischenzeitlich ein Video der Telekom gefunden, wo die das genau dokumentieren. Das Video zeigte ich natürlich nicht dem Vermieter, das wäre Argeumentationsfutter für ihn gewesen. Die wollen nämlich tatsächlich Aufputz-Kabalkanäle in die Treppenhäuser legen – das muss nicht zwingend gut aussehen…

    Also haben die T-Leute auch auf dieser Ebene schlecht verformt, da hätten die was vorbereiten müssen. Und wer guckt jetzt in die (16.000er-)Röhre? Ich, der schon unterschrieben hatte…

    Gruß,
    Kai H.

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