Die 370 Euro Panne

Nach der Geburt unseres zweiten Sohnes Milan im September des just vergangenen Jahres hatte ich drei Monate Elternzeit genommen, um die Ankunft des neuen Erdenbürgers gebührend zu würdigen und eine tolle Zeit mit meiner Familie zu haben.

Schon bald entschieden wir uns, nicht die gesamte Zeit im kühlen, um nicht zu sagen kalten Münster zu verbringen, und buchten beim Auf und Davon Reisebüro in Koblenz, dem wir bis dato lange unser Vertrauen geschenkt hatten, eine Reise nach Gran Canaria. Den Ort Puerto de Mogan hatte man uns hier einst empfohlen, und dies sollte unsere dritte Reise in das beschaulich kleine Örtchen fernab des Proll-Tourismus werden.

Bei der telefonischen Buchung bot man uns eine Reiserücktrittsversicherung an, die wir im Hinblick auf zwei kleine Kinder in der kalten Jahreszeit gerne dazu buchten. Mit kranken Kindern möchte man nicht unbedingt eine Flugreise machen.

Vor diesem Hintergrund erscheint es fast schon ironisch, dass ich es war, der die Nacht auf den Donnerstag vor dem Abreisewochenende in der Notaufnahme der HNO-Klinik verbrachte: akute Mittelohrentzündung. An einen Flug war nun nicht mehr zu denken.

Bereits am morgen nach meinem nächtlichen Krankenhausbesuch rief ich das Auf und Davon Reisebüro an, die uns bis zu diesem Zeitpunkt noch keinerlei Unterlagen zur Versicherung geschickt hatten – drei Tage vor Flug wohlgemerkt.

Dort versicherte man mir, es sei alles in Ordnung, wenn ich ganz sicher gehen wolle, könne ich noch mit der Hotline der HanseMerkur telefonieren. Das tat ich, alles kein Problem, daraufhin telefonierte ich noch mehrfach mit dem Auf und Davon Reisebüro mit dem Ergebnis: macht euch keine Sorgen, ihr könnt die Reise stornieren und der Betrag wird euch erstattet.

Also taten wir, wie uns geheißen, meine HNO-Ärztin füllte das Formular des Versicherers aus und wir schickten es per Einschreiben nach Hamburg.

Die TUI als Reiseveranstalter erstattete umgehend nach Stornierung ihren Anteil gemäß des Zeitpunktes der Stornierung, der Rest folgte wenige Tage später von der Versicherung.

Der Rest? Weit gefehlt: es blieb eine klaffende Lücke von über 370,- Euro Selbstbehalt, genau 20 Prozent der zu zählenden Summe, den wir im Fall eines Rücktritts aus gesundheitlichen Gründen ohne stationäre Behandlung zu tragen hätten.

Niemand seitens des Auf und Davon Reisebüros hatte uns darüber aufgeklärt, weder beim Angebot, noch in den zahlreichen folgenden Telefonaten, nicht einmal, als wir uns zwischenzeitlich einmal telefonisch versichert hatten, ob mit der Buchung der Versicherung auch alles geklappt habe, da wir ja noch keine Unterlagen erhalten hatten.

Aus der Inanspruchnahme einer anderen Reiserücktrittsversicherung, bei der die gesamte Summe erstattet worden war, waren wir natürlich davon ausgegangen, dies sei auch hier der Fall.

Mehr noch, eine Versicherung mit diesen Konditionen hätten wir nicht gebucht, da sie bei einer Reise mit einem Säugling und einem Kleinkind, damit also einer ganz ordentlichen Chance auf einen krankheitsbedingten Rücktritt, überhaupt keinen Sinn macht. Somit ist es auch hinfällig, dass wir die Klausel in dem zum Zeitpunkt des Rücktritts tatsächlich frisch bei uns eingetroffenen Heftchen hätten nachlesen können.

Das Auf und Davon Reisebüro, Koblenz, hätte uns bereits zum Zeitpunkt des Abschlusses über diesen wesentlichen Bestandteil der Versicherung in Kenntnis setzen müssen. Dies blieb jedoch aus.

Nun haben wir zu Beginn des neuen Jahres ein klaffendes Loch in unserer Haushaltskasse und ein eigentlich sehr gutes Reisebüro scheinbar für immer verloren. Es sei denn, man reagiert dort mal auf unsere nun schon mehrere Wochen alte Beschwerde.

Vielleicht könnt ihr dabei helfen. Verlinkt diesen Artikel auf Twitter mit dem Stichwort #aufunddavon oder teilt ihn bei Facebook, in euren eigenen Blogs, gebt +1 bei Google oder was es sonst noch so alles gibt. Auf das unserer kleinen Familie Gerechtigkeit widerfahre.

Nachtrag: zwischenzeitlich habe ich auf Anfrage erfahren, man sei dran. Was auch immer das heißt. Sicherlich wäre es ganz sinnvoll gewesen, uns davon in Kenntnis zu setzen, bevor wir nachfragen mussten.

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