Canon EOS 1D Mark II

Ich habe im Moment das Gefühl, man will mich veräppeln. Warum? Ich biete in einem großen Kleinanzeigenportal, das früher mal auf den Namen „Kijiji“ hörte, meine altgediente digitale Spiegelreflexkamera zum Kauf an.

Die EOS 1D Mark II ist ein echtes Schwergewicht, und das nicht nur in Kilogramm. Trotz ihres Alters kann sie mit ein paar Features aufwarten, die sie auch heute noch zu einer begehrenswerten Kamera machen, obwohl sie in Sachen Megapixel zwischenzeitlich überholt wurde.

An dieser Stelle sei allerdings kurz erwähnt, dass die reine Pixelzahl der erzeugten Bilddatei bei weitem nicht die wichtigste Stellschraube für ein Qualitativ hochwertiges Bild ist. Zum Thema „Megapixel-Mythos“ gibt es einige aufschlussreiche Seiten im Netz. Tatsache ist: einzig Kameras mit professionellen Optiken wie sie bei Spiegelreflexkameras zum Einsatz kommen sind überhaupt in der Lage, mehr als sechs Millionen Bildpunkte physikalisch sinnvoll zu verwerten. Wer also eine Casio Kleinbildkamera mit 21 Megapixeln am Handgelenk hängen hat, produziert in erster Linie Datenmüll…

Aber zurück zum eigentlichen Anlass: in den letzten Tagen haben mehrfach Personen per Mail bei mir nachgefragt, ob die Kamera noch zu haben sei und ihr Interesse bekundet. Ich habe ihnen geantwortet und angeboten, die Kamera gerne vorzuführen, worauf jeweils keine Reaktion mehr kam. Ja leckt’s mi doch alle am Arsch!

Denn: ich behalte die 1D auch gerne selber. Unter Fotografen ist es eh prolliger, wenn man zusätzlich zu der Kamera, mit der man gerade fotografiert, noch einen zweiten Body umhängen hat. Und schließlich hat die 1D einen Verlängerungsfaktor von nur 1,3 anstatt 1,6 wie bei den aktuell weit verbreiteten APS-C Kameras. Also besser geeignet für den Einsatz meines Weitwinkelobjektivs.

Ernstgemeinte Anfragen beantworte ich nach wie vor gern. Hier geht’s zur Kleinanzeige. Die 1D ist übrigens schon weit gereist, war in Kambodscha, Thailand, Syrien, Türkei, Indien, Marokko, sogar in den Niederlanden! Dennoch ist sie in einwandfreiem Zustand und nur rund 19.000 Mal ausgelöst worden – ein Scherz vor dem Hintergrund, dass die Spiegelmechaniken in professionellen Canon Modellen für 150.000+ Auslösungen ausgelegt sind.

Aber schon im „Leben des Brian“ erfahren wir von einem Problem, das wohl insbesondere für den Deutschen gilt: er will einfach nicht handeln. Selbst, wenn man „VB“, also „Verhandlungsbasis“ (in Worten: VERHANDLUNG), an den Preis schreibt, fragen die Leute kurz nach, was es kosten soll, rümpfen die Nase und gehen, während sie etwas wie „zu teuer“ in ihre Bärte, sofern vorhanden, murmeln, anstatt entspannt wie der Syrer einfach mal einen fünfzigprozentigen Rabatt zu fordern und zu schauen, wie es ab hier weiter geht…

Kauft, kauft, kauft.

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