Mein neues 3D-Handy

Vor nun schon bald vier Wochen habe ich unglaubliches getan: ich ging in den örtlichen Elektronikgroßhandel, nahm ein Smartphone von LG in die Hand, warf einen kurzen Blick auf das Display und entschied mich, richtig viel Geld dafür auszugeben, obwohl gleichzeitig ein erst zehn Monate altes iPhone 4 in meiner Tasche ruhte.

Wie konnte dies geschehen? War ich nicht selbst auf langem, beschwerlichen Wege zum Apple-Jünger mutiert und hatte die Vorteile des iPhones und seines geschlossenen Betriebssystems gegen Zweifler verteidigt? Wahrscheinlich schon, auch wenn ich immer gehofft hatte, nicht komplett als Fanboy durchzugehen.

Das neue in meiner Hand, für das ich nun wieder von der Micro-SIM auf eine normale SIM-Karte umstellen musste, war das Optimus 3D, und wartet mit einer doppelten Kamera für stereoskopische Bilder sowie, und hier kommt der eigentliche Clou, einem Display auf, das die dreidimensionalen Bilder auch ohne Brille sichtbar macht.

Zuletzt hatte ich diese Technik auf einem digitalen Bilderrahmen von Fuji angesehen und bestaunt, zuerst begegnet war ich ihr sogar schon Jahre zuvor in einem Einkaufszentrum in Bangkok, wo sich auf großen Bildschirmen Euro-Münzen in voller Pracht drehten.

Mit dem Optimus 3D nun sollte ich also nicht nur 3D-Inhalte ansehen können, darunter zum Beispiel auch Trailer für die aktuellen mehrdimensionalen Kinofilme, sondern auch selber welche erstellen. Fotos und Videos bis 720p, in 2D sogar in 1080p.

Das iPhone stellte ich auf eBay ein und verkaufte es binnen einer Woche für 431,- Euro, und seit gestern Abend freut mich das um so mehr, da mit dem Auftritt des aufgebohrten iPhone 4S das Vorgängermodell nun offenbar als Einsteigermodell verramscht wird, 99 Dollar mit Vertrag in den USA sind jedenfalls ziemlich günstig für ein Handy, das bis gerade eben noch für 630,- Euro mit Vertrag gehandelt wurde – halbierter Speicher mal dahingestellt.

Abgesehen von der Welt der Dreidimensionalität durfte ich nun allerdings auch in die Welt von Android eintauchen, die ich höchstens im Büro das ein oder andere Mal auf dem Motorola XOOM antesten durfte, und das, mit Verlaub, ist ein fürchterliches Gerät, verglichen mit dem iPad 2.

Die Handyhersteller verpassen Android vor der Installation auf ihren Geräten noch einen letzten Schliff. HTC zum Beispiel hat seine Oberfläche „Sense“, die zumindest optisch schon mal einiges her macht. LG behandelt seine Geräte da im Vergleich eher stiefmütterlich. Der LG Home Screen ist ziemlich lieblos, und so entstand in den ersten Tagen der Eindruck, dass Android dem iOS in Sachen Bedienbarkeit und Design meilenweit hinterher hinkt.

Mit der Zeit fand ich aber heraus, dass Android es dem Nutzer erlaubt, mehr oder weniger alles anzupassen, und so besorgte ich mir einen anderen Launcher, und schon war der optische Nachteil erschlagen. Im Gegenteil, Widgets sind hier und da sogar was ganz schönes. Als nächstes ersetzte ich noch den Lock Screen durch eine Anwendung, die sich komplett personalisieren lässt, und so habe ich nun Icons für Mail, SMS, Telefon, Chat, WhatsApp, Fußball-Live-Ticker, Facebook, Google+ und den Android-Market direkt auf dem Lock Screen, die mir auf den ersten Blick verraten, was mein Smartphone von mir will. Inklusive Uhrzeit, Shortcut zur Taschenlampe und Musik-Steuerung.

Interessant war es zu entdecken, dass die komplette Anpassbarkeit des Systems durchaus zum Nachteil gereichen kann: es dauerte ziemlich lange, bis ich endlich mit der Konfiguration meines Telefons zufrieden war. Beim iPhone hat man nicht viele Möglichkeiten und findet sich daher ziemlich schnell mit der gefundenen Lösung ab, es gibt ja eh nicht besonders viele Möglichkeiten, etwas zu verändern. Mich dünkt, dass dies tatsächlich ein Vorteil der Apple-Geräte ist – die wenigsten wollen sich vermutlich Stunden um Stunden mit den Einstellungen ihres Telefons herumschlagen.

Selbst wenn man keine Root-Rechte besitzt, sieht man bei Android tief ins Dateisystem. Viele Dinge, die man eigentlich einfach nicht wissen will. So ähnlich, wie bei Windows. Löscht man versehentlich den falschen Ordner, weil man denkt: „Was macht der denn hier?“, ist unter Umständen das Telefon kaputt. Auch da haben die iPhones natürlich Vorteile. Denn auch hier gilt: vermutlich haben nicht nur IT-Profis Smartphones.

Und zum Glück habe ich ja noch mein iPad. Wenn ich mich also nach der perfekten Welt von iOS sehne, kann ich mich dem großen Touchscreen zuwenden und die Leiden des Google-Systems für eine Weile vergessen 😀

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2 Kommentare

Eingeordnet unter Belanglosigkeiten

2 Antworten zu “Mein neues 3D-Handy

  1. Cooler Artikel 🙂 Mich würde interessieren, wie alltagstauglich du das 3D-Display findest. Benutzt du es oft im 3D-Modus oder schaltest du es oft auf 2D um? Würdest du dir nochmal ein 3D-Handy kaufen?

    • der Reiz des Displays hat verglichen mit den ersten Tagen schon stark nachgelassen. Trotzdem nehme ich immer mal wieder gerne ein 3D-Foto auf und bin auch immer wieder begeistert vom Display. Ich würde auch noch mal ein 3D-Handy kaufen, allerdings vermutlich kein Android Handy mehr, es sei denn, ICS bringt die große Erlösung oder aber andere Hersteller implementieren das System besser als LG.
      Das Optimus 3D hat im Moment ein paar echt nervige Probleme, die auf Android zurückzuführen sind, weswegen ich mich mit erscheinen des nächsten iPhone wieder zurück im seeligen Hafen der Apple-Jünger wähne…

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