Piano

Über uns wohnt ein alter Mann, der sehr laut Fernsehen schaut. Das ist aber gar nicht so schlimm, wir sind immer so müde, dass wir trotzdem problemlos einschlafen. Und wenn unsere Kinder irgendwann mal so alt sind, dass auch wir Eltern den Begriff „Ausschlafen“ wieder in unser Vokabular aufnehmen können, hat sich das Problem … äh … findet sich bestimmt eine andere Lösung.

Aber neben dem alten Mann wohnt eine vierköpfige Familie, deren zwei Kinder mutmaßlich beide Klavier spielen. Und sie üben täglich, ausschließlich in der Mittagszeit zwischen 12:00 und 15:00 Uhr sowie nach 20:00 Uhr, das ein oder andere Mal hörten wir das verstimmte Piano sogar schon nach 22:00 Uhr.

Julius wird davon nicht wach, in sofern ist es kein größeres Problem. Aber ein wenig nervig ist es schon. Zumal eigentlich immer nur ein Lied gespielt wird, das ich mittlerweile als die Titelmusik von „Pirates of the Caribbean“ enttarnt habe.

Das war gar nicht so einfach, denn während die Person das Stück auf zwei Basstönen noch im richtigen Tempo beginnt, bricht die Geschwindigkeit kurz nach dem ersten Akkord brachial ein, es scheint offenbar ziemlich schwer, all diese Tasten in so schneller Folge zu finden und zu drücken.

Nicht nur das: in den letzten acht Wochen konnte ich leider auch keinerlei Weiterentwicklung beobachten. Immer das selbe Stück, immer der selbe, hoffnungslose Einbruch beim Tempo.

Eine Zeit lang, als wir gerade erst eingezogen waren, hörte man auch hin und wieder zaghaft die Akkorde von „I need a Dollar“ – einem Song, der mir schon mal im Radio begegnet ist. Es sind der Akkorde drei, und der rhythmischen Figur eine einfache, dennoch wollte es nicht ganz gelingen.

Also habe ich auf meinem Klavier selber das Stück gespielt. Seitdem hört man es von oben nicht mehr. Ich hoffe, dass mir das mit der Piraten-Filmmusik auch noch gelingt. Allerdings bin ich, das muss ich ja zugeben, auch kein besonders guter Pianist, in dem Sinne, dass ich keine Noten lesen kann und meine linke Hand außer oktaviertem Bass nicht viel anbieten kann.

Notfalls lade ich den Landy mal einen Nachmittag ein, dann kann er die Demotivation für ein ganzes Jahrhundert nach oben spielen. Muhahaha.

So, jetzt die Endphase im Viertelfinale Deutschland – Japan. Gilt Fukushima eigentlich als Doping? Unten im Geistreich ist Public Viewing, die Stimmung ist großartig. Morgen ist Siedlungsfest. Zehn Jahre, Jubiläum.

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