TRON Legacy

Soweit ich das überblicke, wird der erste Teil von TRON viel zu häufig zum Vergleich mit dem aktuellen Film herangezogen. Was bitte will man da vergleichen?

TRON gilt als Pionier auf dem Gebiet der Computergrafik, aber kann man deshalb dem Sequel ernsthaft anlasten, zu wenig innovativ zu sein?

In einer Zeit, wo – zumindest das durchschnittliche TRON-Publikum – mit Smartphones durch die Gegend läuft, welche die Rechenleistung der Maschinen, auf denen TRON einst gerendert wurde, übertreffen, kann man auf diesem Gebiet nicht mehr so einfach Boden gut machen wie damals.

Und wir sollten nicht vergessen: Jeff Bridges aus zwei Generationen in einem Film, ja sogar in den gleichen Szenen sich selbst gegenüberstehend – das hat Potential für die nächsten drei philosophischen Kneipenabende.

Beim Verlassen des Kinos ging mir der Gedanke durch den Kopf, dass ich mich damals etwas leichter damit anfreunden konnte, mir die Welt innerhalb eines Computers so vorzustellen, wie in TRON. Allerdings hatte ich das Original auch Sonntag vormittags in der Disney-Film-Parade gesehen, als kleiner Junge.

In gewisser Weise war TRON ein Kinderfilm und der neue ist es auch – trotz der Kampfszenen ist er in keiner Hinsicht brutal, und es gibt noch nicht mal einen Kuss – eine Albernheit, die man sich im Original noch erlaubt hat – Liebe zwischen Usern und Programmen, ts ts.

Gerade vor diesem Hintergrund sollte man respektvoll anerkennen, dass der neue Film eben auch für die Kinder von damals geeignet ist.

Dank Daft Punk wird TRON Legacy zum Musikvideo mit Überlänge. Keine Szene, die nicht mit Musik unterlegt wäre, und allein der Vorspann, begleitet vom Titel „The Grid“ ist sagenhaft episch, obwohl eigentlich noch überhaupt nichts passiert – lediglich ein blau illuminiertes TRON-Logo schwebt zwischen den Hochhäusern.

Darüber hinaus liebe ich Cameos, und Daft Punk bekommen ihre Chance als DJs im End Of Line Club, wo sie der an David Bowie gemahnende Charakter Castor – später bekannt als Zuse – auffordert, die Gäste ein wenig zu elektrisieren, was dann mit der Single „Derezzed“ auch mühelos gelingt.

Diskussionswürdig bleibt, ob man den Film in 3D sehen muss. Nach meinem Verständnis sorgt die Doppelprojektion für gelegentliche Unschärfen, die der sehr geometrischen Ästhetik der TRON-Welt nicht immer gut zu Gesicht stehen. Ich freue mich also auch schon auf die DVD. Oder sollte TRON Legacy gar meinen Einstieg in die Welt der Blu Ray Disc darstellen?

Fazit: gucken. Unterhaltung garantiert.

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