Der Hammer, Hammer Straße

Immer mal wieder bemerke ich, wie großartig die Hammer Straße ist. Hier gibt es nahezu alles, was das Herz begehrt, beinahe könnte sie die Innenstadt vollständig ersetzen. Heute war wieder so ein Tag, an dem ich die Straße bis in den Himmel loben könnte, und davon will ich euch erzählen.

Am Cabby – das ist das Cargobike, welches eifrige Leser bereits aus früheren Einträgen kennen – sind in letzter Zeit ein paar Schönheitsreparaturen fällig geworden.

Nach ein paar Tagen Frost war zunächst die Gangschaltung eingefroren. Nicht unüblich, bei meinem Kettler-Rad schalte ich, wenn ich daran denke, einfach in einen erträglichen, mittelhohen Gang, und schalte einfach ein paar Tage nicht, beim Cabby ist das aber was anderes. Bei zwei Kindern und Gepäck in der Box möchte man ganz gerne im ersten Gang anfahren, insbesondere auf dem weiten Weg zur KiTa.

Also fuhr ich mit dem Cabby beim Gierse vor, der seine Werkstatt unter dem Namen “bikeparts4me” betreibt. Er tauschte den Zug der Schaltung umgehend aus, verlangte einen lächerlichen Betrag, baute dann spontan noch einen Schnellspanner an die Sattelstütze, und das für Umme, das Originalteil von Gazelle hätte 22,90 Euro gekostet. Und, nach ein paar Tagen mit dem Ersatz kann ich sagen: der beste Schnellspanner, den ich je hatte.

Wenige Tage zuvor war mir auf dem Weg ins Büro das Tretlager meines Kettler-Rades gebrochen. Ich stellte es morgens vor die verschlossenen Tore der Werkstatt, rief später vom Büro aus an und veranlasste den Austausch des Tretlagers, die Erneuerung der Vorderradbremse sowie auch hier einen neuen Zug für die Gangschaltung. Am gleichen Mittag konnte ich das Rad wieder nach hause fahren. Auch hier stimmte der Preis, aber viel wichtiger ist doch der immense Service: ich konnte das Rad einfach vorm geschlossenen Laden stehen lassen, nach einem kurzen Anruf war alles noch am selben Vormittag geregelt. Für jemanden, der auf sein Rad angewiesen ist, kann es keinen größeren Luxus geben.

Heute fuhr ich erneut mit dem Cabby und dem großen Sohn die Hammer Straße stadteinwärts, zum einen, um die Windeln für den kleinen Sohn in eine Nummer größer umzutauschen, weil er schneller wächst, als die Polizei erlaubt, zum anderen, um ein paar Liter Saft zu kaufen.

Zusätzlich wurde ich beim Schneider Reza vorstellig, der direkt neben der zuvor erwähnten Fahrradwerkstatt seine Schneiderei betreibt und kurzerhand eine aufgetrennte Naht am Dach des Cabby wieder nähte. Er lehnte jegliche Bezahlung ab, ich tat etwas in die Kaffeekasse.

Auf dem Rückweg kehrte ich bei 1,2,3rad ein, um mir Rat für die gebrochene Zeltstange am Dach des Cabby zu holen. Mit ein paar Handgriffen reparierte man mir die Stange so, dass sie wieder aussieht, wie neu. Hilfsmittel eine Schraubzwinge, ein dünner Inbus-Schlüssel (ja, so heißen diese Schrauben nämlich) und ein Metallstift. Entgelt wurde keines erhoben, ich füllte erneut ergebenst die Kaffeekasse.

So ist sie, die Hammer Straße. Service all überall. Herrlich. Wenn ich etwas liebe, dann guten Service. Ich kann kaum begreifen, dass manche Leute nicht kapieren, wie wichtig das für’s eigene Geschäft ist und wie stark die Kundenbindung wird, wenn man einfach nett und zuvorkommend ist.

Der Haushaltswarenladen zum Beispiel ließ mich einen Dünsteinsatz zum Probieren mit nach Hause nehmen – ich hinterließ nur Telefonnummer und Namen.

Der Schuhladen bestellt unverbindlich Stiefel zum anprobieren.

Der Spielzeugladen sei jedem zu empfehlen, der Geschenke für Kinder sucht. Die Beratung ist erstklassig, wer keine Ideen hat, findet hier welche, passend für jedes Alter, abseits des “Felix der Hase” und “Capt’n Sharky” Mainstream. Und wer basteln will, ist hier auch gut beraten.

Lecker gegessen zu besten Preisen wird immer beim Berlin Döner, bei Erin, oder beim Indian Curry House.

Lotto spielen und einen kurzen Schwatz halten kann man bei den Fritzen von Lotto Fritzen. Die kommen aus dem Rheinland, daher die Redseligkeit.

Der Kaffeefreund steht vor der Josefskirche und ist, was er ist: ein Freund mit sehr, sehr gutem Kaffee.

Und wir haben ja noch Frau Többen, eine Filiale von Musik Produktiv, eine Apotheke mit extra langen Öffnungszeiten, … und der SC Preußen Spielt natürlich auch an der Hammer Straße.

Hammer Straße, ich finde dich gut!

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Die liebe Nachbarschaft

Seit über vier Monaten organisieren die Eltern von sechs Kindern gemeinsam eine Spielgruppe. Die Raumsuche gestaltete sich daher sehr schwierig, schließlich wählten wir das Café Geistreich, den Bewohnertreff im Erdgeschoss des Hauses, in dem wir selbst wohnen.

Seitens des Bewohnervereins bot man uns sogar an, einen großen Teil des Spielzeugs dauerhaft im Café stehen zu lassen, da dieses ja auch durch die anderen Gäste des Cafés – also deren Kinder – genutzt werden könne. Von einem Mehrwert fürs Café war damals die Rede. Wir nahmen dankend an, denn obgleich wir schon Pläne hatten, das Spielzeug vor jeder Gruppe aus dem Keller zu holen und es hinterher wieder dorthin zu bringen, war es so natürlich viel praktischer.

Über vier Monate später bin ich nachmittags gerade von der Arbeit zurück, als mein Telefon klingelt: “Ja hallo, hier ist …” sagte eine Frau. “Du hast doch diese Spielgruppe im Geistreich?”

Ich bin ein wenig überrascht. Vielleicht jemand, der ein Kind hat, das mitmachen will? Der Name sagt der Frau mir nichts.

“Die Spielsachen müssen alle raus. Wir haben das Geistreich gemietet und da stehen diese ganzen Sachen. Du musst jetzt sofort kommen und alles hier raus holen.”

Jetzt bin ich noch etwas überraschter, und auch etwas empört ob des Befehlstons. Ich versuche zu erklären: “Nein, das kann alles stehen bleiben.” Aber es geht munter weiter: “Da ist auch eine Puppenküche dabei. Wir wollen hier eine Teenie-Party feiern. Wie soll denn das gehen? Wir haben das gemietet und das muss alles raus!”

“Ja, ihr könnt es doch zur Seite stellen oder ins Bad”, versuche ich zu besänftigen.

“Eine Teenie-Party!” quengelt es ungehalten. “Wie soll denn das gehen? Wir haben das gemietet!”

“Da hat auch schon eine Beerdigungsfeier stattgefunden und niemandem war das Spielzeug im Weg!” sage ich empört.

“Ja, äh…” Kurz scheint es, als sei die Unsinnigkeit der eigenen Forderung durchgesickert, ebenso die nicht vorhandene Berechtigung. Aber zu früh gefreut: “Das ist mir egal, wir haben das hier gemietet, das muss alles raus, du musst sofort runter kommen und das wegräumen.”

Jetzt bin ich richtig in Fahrt, meine Freundin, die mir während des Telefonats gegenüber sitzt, gestikuliert, ich solle leiser reden. “Äh, nein!” sage ich. “Selbst wenn ich jetzt Zeit hätte, würde ich nicht kommen.”

Irgendwo in diesen Satz schimpft die Frau ein wütendes: “dann halt nicht” und legt auf.

Ich kann das nicht auf mir sitzen lassen und schon gar nicht so stehen lassen. Also schlüpfe ich in meine Pantoffeln, nehme meinen Sohn auf den Arm und laufe runter ins Café. Dort stürmt gerade der Mann herein.

“So, du räumst jetzt die Sachen hier weg!” herrscht er mich an. Wieder versuche ich zu erklären. “Nein, das…”

“Du räumst das jetzt sofort weg, sonst gibt es Ärger, aber richtig Ärger!” sagt der Mann jetzt, und dabei wird er ziemlich laut.

Ich erkläre ihm den Sachverhalt, dass die Spielsachen im Café stehen bleiben dürfen und dass wir das auch mit der Leitung des Cafés sowie in Personalunion dem Vermietungsteam abgesprochen hätten.

“Das hat aber keiner mit dem Vorstand abgesprochen” bellt der Mann wütend, aber ich bilde mir ein, minimal herauszuhören, dass er mein nächstes Argument bereits kennt und er um seinen moralischen Standpunkt bangt.

“Soweit ich weiß, kann das Vermietungsteam das eigenständig entscheiden”, stelle ich korrekt fest.

Zwischenzeitlich kommt auch die Frau, die mich angerufen hat, mal wieder herein und jammert: “So, dann kannst du das jetzt ja alles wegräumen.”

Ich verneine abermals und versuche mich erneut in meiner Argumentation. Doch schon wieder bekomme ich zu hören, dass die Puppenküche bei einer Teenie-Party doch eher störend sei. “Du hast doch selber Kinder”, bemerkt Schweinchen Schlau bei Anblick meines Sohnes auf dem Arm, “wie würden die das denn finden, wenn auf deren Teenie-Parties später mal Spielzeug herumstände?”

“Das weiß ich nicht, aber das ist mir auch vollkommen egal”, gebe ich ganz den liebevollen Vater, “Tatsache ist, dass die Sachen hier stehen dürfen. Schließlich ist das ja auch ein Mehrwert fürs Café.”

Die Frau verfehlt mit einem weiteren Versuch das eigentliche Thema: “Wir hatten hier mal einen Kicker, den durften wir hier auch nicht stehen lassen…”

Ich gehe überhaupt nicht drauf ein. Das Spielzeug steht sauber aufgereiht an der Wand. Ich versuche nochmals zu vermitteln: “So, wie das hier steht, kann man doch die Videoleinwand benutzen, und auch zum Tanzen ist genug Platz.”

Leider habe ich damit nur die gefühlt tausendste Nennung des Unwortes “Teenie-Party” heraufbeschworen.

“Ja dann räumt den Kram doch ins Bad, in die Dusche, und hinterher stellt ihr es halt wieder hin. Wenn wir Spielgruppe haben, räumen wir auch immer alle Tische erst weg und stellen sie später wieder hin.”

Auch für diesen Vorstoß kein Verständnis. Stattdessen kündigt die Frau an, dann jetzt halt alles nach draußen zu stellen, da es ja nicht regne. Ich gehe wieder nach oben.

Wenig später laufe ich mit meinem anderen Sohn im Tragetuch durch die Siedlung. Ich gehe ein paar Runden, damit er einschläft, und natürlich laufe ich vor dem Geistreich der Frau in die Arme. Sie beginnt einen Satz mit “Sorry” und ich werde hellhörig.

“Sorry, aber das fand ich gerade echt nicht okay von dir.”

Wäre ja auch zu schön gewesen. Ihr Mann kommt dazu. “Du kannst die Sachen dann ja hinterher wieder rein stellen.”

Mir platzt fast der Kragen: “Nein, das werde ich nicht tun!”

“Doch, das machst du!” bestimmt der Mann. “Nein, ihr versteht es nicht.”, sage ich, “ihr werdet das alles selbst wieder rein räumen”, und an dieser Stelle werde ich erstmals selbst ein wenig unfair, der Aufregung geschuldet: “Wenn das hier nachher alles noch draußen steht, stehe ich mit sonst wem bei euch vor der Tür!” drohe ich.

Ich versuche, nochmal zu wiederholen, warum das Spielzeug im Geistreich stehen darf und warum es daher nicht meine Aufgabe ist, es rein und raus zu räumen, aber ich werde von ihm als “sturer Bock” beschimpft und ihre letzten Worte im weggehen sind sowas wie: “Ach weißt du, dann halt doch die Klappe, mit so einem wie dir, da bringt doch Reden nichts…”

Ich habe dann noch mit der Dame aus dem Vermietungsteam sowie einem Vorstand geredet. Deren Reaktion schwankte zwischen Staunen und Unverständnis.

Am Abend rief ich die Nummer zurück, von der ich Nachmittags angerufen worden war und sprach ein Friedensangebot auf den Anrufbeantworter. Ob man sich nicht noch mal in Ruhe unterhalten möge und die Sache vom Nachmittag aus der Welt schaffen, damit man sich in Zukunft nicht noch unnötigerweise aus dem Weg gehen müsse.

Ein Satz des Tages bleibt hängen. Warum machen es sich die Leute so schwer?

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Respekt ist meine Aufgabe

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Rage Comic

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Autolobby

Vor etwas über einem halben Jahr sind wir in die autofreie Siedlung Weißenburg gezogen. Autofrei bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur, dass zwischen den Häusern Fußgängerzone ist, sondern auch, dass sich die Bewohner verpflichten, kein eigenes Auto zu besitzen. Ein eigener Stadtteilauto-Pool mit zehn Fahrzeugen vom Smart bis zum Neunsitzer soll zu dieser Entscheidung beitragen.

Für uns war es keine Entscheidung, wir hatten schon vorher kein Auto und uns rechtzeitig vor Geburt unseres ersten Sohnes ein Gazelle Cabby zugelegt – eifrige Leser werden bereits davon wissen. Daher war es für uns keine große Sache, auf unsere eh schon gelebte Autofreiheit nun auch noch eine Art offizielles Etikett zu kleben.

Doch schon bald erfuhren wir, was es bedeutet, wenn man sich öffentlich zum autofreien Leben bekennt. Wir lernten zahlreiche Kandidaten für den Ehrenpreis im 100m Doof gucken kennen. “Ja, wie macht ihr das denn, so mit [zwischenzeitlich] zwei Kindern?” – “Geht das überhaupt?” – “Aber ihr braucht doch ein Auto!!!”

Vorhin las ich dann in einer Pressemitteilung des Fraunhofer Instituts die Zahl, dass die Autos der Deutschen durchschnittlich nur eine Stunde am Tag bewegt werden, den Rest der Zeit stehen sie nur herum. Da ich davon ausging, Fraunhofer sei eine verlässliche Quelle und würde sich nicht einfach irgendwelche Zahlen ausdenken, twitterte ich diesen Wert kurzerhand mit dem Kommentar, dass man endlich Bus und Bahn fahren solle, und wunderte mich, als ich beinahe einen Shitstorm (Wikipedia…) lostrat.

Binnen kürzester Zeit wurde ich intim angefeindet und ausgebuht. Von Beschneidung der persönlichen Freiheit war die Rede. Und davon, dass das eigene Auto minütlich abfahrbereit sei, der Bus am Wochenende jedoch nur alle Stunde.

Unserer Gesellschaft geht eine gewaltige Portion Ruhe und Gelassenheit verloren. Wie schon mit den Handys: kaum jemand hält es mehr für nötig, pünktlich am verabredeten Treffpunkt zu erscheinen. Man kann ja jederzeit Bescheid geben, dass man später kommt. Selbst wenn man die Verabredung einhält ruft man vorher nochmal an um zu klären, ob es denn auch wirklich, wirklich alles dabei bleibt.

Dazu gehört auch das vermeintliche Bedürfnis, ständig überall hin zu kommen. Selbst mit einem Bus, der stündlich fährt, kann man doch seinen Wochenendbesuch bei Freunden im Nachbarort planen? Nein, niemals! Ich möchte nämlich um 15:31 losfahren, ich kann auf keinen Fall den Bus um 15:08 nehmen und auf den nächsten um 16:08 kann ich ebenfalls niemals warten. Und der Notfall?

Was ist denn schon ein Notfall? Wenn das Bein abfällt, fährt man kaum mit dem eigenen Auto ins Krankenhaus. Das ist auch gar nicht nötig, die kommen einen nämlich gern abholen. Die haben Telefon. Rund um die Uhr.

Mir geht es beim Verzicht auf das Auto viel weniger um die Umweltproblematik als um Lebensqualität. Die individuelle Mobilität steht kurz davor, unsere Infrastruktur zu verstopfen. Die Blechlawine füllt unser Straßenbild und es geht mir auf deutsch gesagt auf den Sack. Unsere Städte könnten so schön sein. Aber selbst auf dem für Fahrzeuge gesperrten Prinzipalmarkt parken rund um die Uhr die Porsche Cayennes der Apothekenbesitzer mit einem “wichtige Medikamentenlieferung”-Zettel in der Windschutzscheibe. Sogar für die Busse wurde der Prinzipalmarkt einst gesperrt, was zum Teil zurückgenommen wurde. Ich habe lieber einen Busbahnhof als einen Parkplatz für die High Society.

Aber ich schweife ab. Ich bringe diesen Artikel jetzt auch gerade irgendwie zu keinem guten Ende. Ich denke, ich …

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Kammermusik (More like Nischenmusik)

Ey, was ist denn jetzt, warum ist Karakorum nicht bei iTunes, wie angekündigt? Diese Geschichte erzähle ich ein anderes Mal, mein lieber Freund, denn ich muss mir gut überlegen, wie ich sie formuliere, damit die kleine Unachtsamkeit meinerseits in besonders mildem Licht erscheint.

An dieser Stelle möchte ich nur kurz darauf verweisen, dass die Ecke in unserem Schlafzimmer, die nach einer grandiosen Umräumaktion vor ein paar Wochen zu meinem “Studio” wurde und wie folgt aussah …

nun mit zwei jeweils 265 Watt starken, aktiven Monitorboxen nachgerüstet wurde und außerdem ein Røde Großmembranmikrofon Einzug hielt. Demnach sieht es dort jetzt so aus:

Voraussichtlicher VÖ für den nächsten Hit: Freitag, der 13. April 2012.

Statt iTunes habe ich dann übrigens den Schritt in die Soundcloud gemacht.

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Karakorum – iTunes ab 13.01.2012

Ich kaufe meine Musik nach wie vor am liebsten auf CD. Und das nicht nur, weil ich selbst den Unterschied zwischen einer 320 KBit/s codierten MP3 und der CD noch sehr deutlich hören kann, sondern auch, weil ich mir die Musik gerne ins Regal stelle. Virtuelle Sammlungen sind nicht halb so schön. Und über das schönere Artwork müssen wir uns trotz “iTunes LP” nicht streiten, ginge es danach, müsste ich Langspielplatten kaufen, aber ich bin genau in das Zeitfenster geboren, als die LP gerade “out” war und noch nicht wieder “in”.

Dennoch, ein entscheidender Vorteil bleibt dem digitalen Vertriebsweg: er ist ungeheuer demokratisch, da ressourcenextensiv. Ohne Label und Vertrieb oder aber einem ordentlichen Startkapital wäre es mir kaum möglich, eine Single zu produzieren, zu pressen und bundesweit in die Regale der Plattenläden zu bringen.

Digital kostet es mich eine handvoll Dollar, und schon kann der geneigte Hörer sich meinen Song digital in seine Sammlung stellen. Und es gibt ja sogar schon Portale, die das verlustfreie FLAC-Format zum Download anbieten. So kann auch der audiophile Hörer zumindest zum Teil getröstet werden.

Nachdem ich meinen Neujahrsvorsatz für 2011 grandios versemmelt habe, nämlich den, im abgelaufenen Jahr in irgendeiner Form auf irgendeiner Bühne zu stehen, findet ihr mich zu Beginn des neuen Jahres – genauer gesagt ab Freitag, den 13. Januar, – bei iTunes.

Karakorum habe ich den Song genannt, der bis zum Upload unter dem ziemlich einfallslosen Titel “Version 6″ auf meiner Festplatte ruhte (und das seit 2007) und den ich nun unters Volkk bringen möchte. Angepeiltes Ziel: zweistellige Verkaufszahlen. Dann nämlich würde der Erlös schon reichen, um einen weiteren Song zu veröffentlichen. Ich hätte da auch schon ein paar in der Hinterhand. Sogar neuere.

Und wer weiß, vielleicht werden die Verkaufszahlen ja sogar total wahnsinnig und dreistellig. Stellt euch das mal vor! Ich würde jauchzen und frohlocken und natürlich sofort a) einen Gratis-Song zum Download anbieten als Dankeschön und b) mit verschiedenen Spuren von Karakorum zu einem Remix-Contest aufrufen, bei dem der Gewinnersong ebenfalls wieder verschenkt würde.

Ich rechne allerdings damit, das ich den Song selbst als einziger auf mein iPad laden werde und dann zumindest um das Erlebnis reicher geworden sein werde, Apple 30% meines eigenen Geldes geschenkt zu haben :D

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