Vorweg: für alle, die über die Google-Suche hierher gekommen sind und sich im Raum Münster ein Urban Arrow Bakfiets zulegen möchten: 123rad in Münster kann das Fahrrad direkt vom Hersteller besorgen.
Seit unser großer Sohn in die KiTa geht, hat sich die tägliche Laufleistung unseres Gazelle Cabby nochmals deutlich erhöht. Da schielen wir neidisch auf unsere – hier mitlesenden – Nachbarn, die ihren außerordentlich wohlgeratenen Nachwuchs mit elektrischer Unterstützung gen Süden in eben jene KiTa fahren.
Allerdings tun sie das mit einem dreirädrigen Gefährt, und auf das dritte Rad bin ich, ich erwähnte es bereits an anderer Stelle, nicht sonderlich scharf. Mein favorisiertes Rad bleibt das Zweirad.
Also habe ich mich in dieser Richtung umgeschaut. Zuerst fiel mir das Sparta E-Kargo auf. Leider hat sich der holländische Premium-Hersteller dazu entschlossen, auf seiner Website mit Details zu geizen. Außer, dass es das Rad gibt, erfährt man so gut wie gar nichts. Dass es für uns essentielles Zubehör wie zum Beispiel eine Halterung für den Maxi Cosi sowie ein Regendach gibt, erfuhr ich erst nach einer Anfrage per Mail.
Aber immerhin: der Kundenkontakt war sehr zufriedenstellend und um Hilfe bemüht. Man versprach sogar, sich darum zu kümmern, dass ich eine Probefahrt machen könne. Der einzige gelistete Sparta Händler des Ortes ist nämlich der Laden, in dem sie nur Fahrräder verkaufen, aber sonst keine Ahnung haben.
Die Probefahrt steht noch aus, aber in der Zwischenzeit kamen mir Zweifel, nachdem ich über die Google-Suche verschiedene Bilder des Regendaches zum E-Kargo gefunden hatte. Von der Konstruktion her ähnelt es denen der bakfiets.nl-Räder, jedoch erscheint es in Ausführung und Qualität – nach allem, was man vom Foto sagen kann – deutlich schlechter.
Als ich dann auch noch feststellte, das man ein bakfiets.nl Cargobike Long mit elektrischem Antrieb und den üblichen Extras zum gleichen Kurs bekommt, wie das Sparta, war das E-Kargo zunächst vom Tisch.
Dann aber bemerkte ich einen entscheidenden Unterschied. Nachdem mit ein örtlicher Händler (von dem hier zuvor noch nie die Rede war) bescheinigt hatte, das Gazelle Cabby ließe sich für einen horrenden Betrag mit einem elektrischen Motor nachrüsten, der dann allerdings im Vorderrad säße, fiel mir auf: auch die bakfiets.nl Räder werden ab Werk mit Vorderradantrieb ausgestattet. Wenn man das kleine Wörtchen “Schlupf” kennt und weiß, dass es in Münster mitunter regnet, ist das gar keine gute Idee.
Also suchte ich weiter nach anderen Bakfietsen vom Typ Long John und fand nach einem Klick auf einen Link in irgendeinem Forum das, was ich, in der für mich typischen Art der kindlichen “will-haben!” Begeisterung nur als den heiligen Gral der elektrischen Fahrradmobilität bezeichnen kann.
Das “Urban Arrow”.
Ein futuristischer Rahmen, der Rund um Kette und Tretlager extrem verstärkt ist, um die brachiale Kraft des darin verbauten Bosch-Motors Daum-Motors aufnehmen zu können. Auf der hinteren Achse ein stufenloses Planetengetriebe. Vorne die Bakfiets-übliche Kiste in Anthrazit, die Aluminiumrohre weiß abgesetzt. Atemberaubendes Design. Und ein Konzept, dass gewaltigen Vortrieb verspricht.
Ich habe sofort Michael (wir duzen uns nicht, aber ich kenne seinen Nachnamen auch nicht) von 1,2,3-Rad gebeten, herauszufinden, ob das Rad irgendwie in Deutschland zu beschaffen ist. Wäre ich gläubig, würde ich jetzt zu meiner Gottheit beten, dass das Rad entweder viel zu teuer ist, oder aber gar nicht verfügbar. Ansonsten mache ich mir ernsthaft Sorgen um mein letztes Erspartes…
Wie es weiter geht? Hier erfährt ihr es zuerst. Und hier könnt ihr euch das Teil schon mal anschauen.



